Visual Sonic Lecture: Psychedelic Exotica oder Popfolk für die ganze Familie?

Psychedelic Exotica oder Popfolk für die ganze Familie?
Transkulturelle Zusammenhänge in der Pop Musik
Eine Visual Sonic Lecture
Referent: Tuncay Acar aka DJ Süperfly
In der menschlichen Identitätsbildung spielt Musik eine wesentliche Rolle. Sogar sehr individuell scheinende Musikgeschmäcker sind durch Wahrnehmungsfilter beeinflusst, die wiederum über die gesellschaftliche Sozialisation markiert sind.
Besonders in der Popkultur greift weltweit immer noch ein „westlicher“ Kanon. Um Songs weltweit erfolgreich promoten zu können, müssen diese in gewissem Maße an ein spezifisches „Kulturelles Rauschen“ angepasst werden.
Dies ist aber nicht nur ein gegenwärtiges Zeitphänomen. Über die Jahrhunderte wurden musikalische Archive durch Migrationsbewegungen und Handel über große Distanzen weitergereicht und ständig an lokale Hörgewohnheiten angepasst, sprachlich verändert und immer wieder variiert. Mit den Menschen wanderten auch ihre Musikinstrumente und somit die Musik über den Globus.
Tuncay Acar’s Eltern gehören zur 1. Generation deutscher „Gastarbeiter*innen“ und haben schon in den 70‘er Jahren im Zuge ihres politischen Engegements Konzerte für Größen des sogenannten Anatolien Psychedelic Rock organisiert – unter Ihnen befanden sich Namen wie: Cem Karaca, Selda Bagcan und Edip Akbayram. Diese Künstler*innen und viele mehr konnte der kleine Tuncay in jungen Jahren schon live erleben und die Platten, die sie mitbrachten nennt er seit dem sein eigen, nachdem er sie aus dem familieneigenen Plattenregal entführte.
In dieser Lecture wird Tuncay Acar anhand von konkreten Beispielen zeigen, wie bestimmte Melodien und Rhythmen es geschafft haben, sich über lange Zeiträume ihre Popularität zu bewahren und die aktuelle Popkultur zu beeinflussen.
Im Anschluss ist Zeit für eure Fragen. Also kommt vorbei und bringt eure eigene Perspektive mit ein.
Tuncay Acar ist Dj, Musiker, Blogger und Kulturaktivist. Aufgewachsen in zwei „Funky Towns“ – München und Istanbul – erforscht er als Dj Süperfly die tiefsten Tiefen des Norientalismus, indem er permanent die Grenzen von kulturellen, ethnischen, geographischen, chronologischen und fiktiven Regionen und musikalischen Genres überschreitet. Das Ziel ist es, die omnipräsente Dominanz von Identitätskonzepten in der Tanzmusik zu dekonstruieren, um Platz zu schaffen für die unbefangene transkulturelle Ekstase.
Seine exquisite Vinylsammlung erweitert er durch digitale Fundstücke aus verschiedenen Genres: Kurdischer Halay, Gazinomüzik, Arabesk, Anatolian & Arabian Psychedelia, Electro- und Hip Hop-Mashups, Edits und Remixes von mediterranen und nahöstlichen Psychedelic-Klassikern, Schlager aus der Türkei, Griechenland, dem Nahen Osten, Israel, Ägypten, Maghreb, Nordafrika, dem Balkan und auch aus Memphis/Tennessee amalgamieren zusammen mit einer Prise Latin Boogaloo im Sud der Leidenschaft und der Hitze des Südostens.
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