{"id":595,"date":"2013-10-07T01:18:22","date_gmt":"2013-10-07T01:18:22","guid":{"rendered":"https:\/\/triptown.de\/?p=595"},"modified":"2013-11-08T06:48:38","modified_gmt":"2013-11-08T06:48:38","slug":"offener-brief-an-das-bayerischen-hochkultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/triptown.de\/?p=595","title":{"rendered":"Offener Brief an das bayerischen Hochkultur"},"content":{"rendered":"<p>guten tag<\/p>\n<p>mein name ist triptonious coltrane<\/p>\n<p>meines zeichens musiker, k\u00fcnstler, kulturschaffender in m\u00fcnchen.<\/p>\n<p>ich habe gerade diesen wirklich spannenden artikel gelesen:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/intendant-kusej-fuer-mehr-migranten-im-theater-leiden-und-lernen-1.1315414\">http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/intendant-kusej-fuer-mehr-migranten-im-theater-leiden-und-lernen-1.1315414<\/a><\/p>\n<p>dieser ber\u00fchrt ein thema, dass mir schon seit langem auf der seele brennt (vor allem als m\u00fcnchner), deswegen schreibe ich diese email. ich hoffe sie erreicht auch herrn kusej!<\/p>\n<p>ich selber bin zwar kein theatermensch, aber ich kenne sehr viele &#8211; vor allem mit migrationsvordergrund<\/p>\n<p>letztens habe ich mich zu einer anfrage f\u00fcr ein stadtprojekt der m\u00fcnchner kammerspiele \u00f6ffentlich auf meinem blog (<a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/l.php?u=https%3A%2F%2Ftriptown.de%2F&amp;h=nAQEWgUwX&amp;enc=AZP4Hz7OFs6BbYhij9Mbea_wpBBUN7pCadDpXiTPFXkVFkhL9K7LBMWEVUawWL6nbmJiF-TdTd53GiVNyLZVL9mW&amp;s=1\" rel=\"nofollow\" target=\"_blank\">www.triptown.de<\/a>) und \u00fcber meinen newsletter ge\u00e4ussert, der immerhin knapp 700 leute fasst und auch meine \u00fcber die jahre gesammelten pressekontakte beinhaltet<\/p>\n<p>ich habe mich sehr impulsiv und auch r\u00fccksichtslos ge\u00e4ussert und damit auch sicher einige menschen ver\u00e4rgert, aber ich denke, es ist an der zeit, da mal was zu unternehmen. der ignoranz, der ich mich bisher besonders im deutschen kulturbetrieb ausgesetzt gef\u00fchlt habe, entgegne ich nun nach jahren der bescheidenen zur\u00fcckhaltung auch einmal mit harschen worten. aber glauben sie mir: es ist nur gut gemeint. gut f\u00fcr uns alle. denn wenn keiner keinem weh tut, dann passiert nix und ich sags ganz ehrlich: mir machts gerade richtig spass!<\/p>\n<p>ich kann mir nicht mehr mit ansehen, wie &#8222;bioeurop\u00e4ische&#8220; theatermacher ein stadtprojekt nach dem anderen im m\u00fcnchner bahnhofsviertel durchf\u00fchren, sich ein st\u00fcck nach dem anderen vom grossen f\u00f6rderkuchen im namen der integration und der brisanz der migrationsthematik abholen und diese projekte immer nur in zirkeln der hermetischen hochkultur kursieren und auch dort entwickelt werden. der fokus bleibt auf die perspektive dieser kreise gerichtet und dreht sich dort im kreis. die sicht aus der perspektive der \u201eanderen\u201c kulturellen segmente der gesellschaft, die das st\u00fcck ja eigentlich thematisiert, bleibt notgedrungen im hintertreffen.<\/p>\n<p>auch empfinde ich immer dieses ungute gef\u00fchl des ewig fremden beobachters, wenn ich in m\u00fcnchen im theater sitze. ich habe nie das gef\u00fchl, ich bin ein teil dieser wundervollen kultur. genauso regt es mich auf, wenn biodeutsche mit der verhaltenheit des fremden durch das bahnhofsviertel laufen und eine gastfreundliche anleitung erwarten \u2013 so als ob sie hier nicht in ihrem eigenen land w\u00e4ren.<\/p>\n<p>dieses gef\u00fchl des fremdseins kann man nur \u00fcberwinden, wenn vertreter der jeweils &#8222;anderen&#8220; kulturwelt platz im vermeintlich \u201eunseren\u201c findet: als deutscher\/e im bahnhofsviertel, oder als migrantischst\u00e4mmiger im theater, in positionen von regisseurInnen, schauspielerInnen, dramatourgInnen und auch intendantInnen.<\/p>\n<p>mir ist klar, dass man das nicht einfach so erwarten kann. ich will auch keine quote. ich und meinesgleichen wollen und m\u00fcssen sich diese positionen erk\u00e4mpfen, f\u00fcr all die talentierten menschen, die jetzt nur darauf warten, dass sie endlich mal auf grossen b\u00fchnen und mit odentlichem budget loslegen k\u00f6nnen, ohne ihre nachnamen elegant dem generellen kulturellen hochwohlempfinden anpassen zu m\u00fcssen. diese diskussion wird auf uns alle zukommen und ist wichtiger denn je!<\/p>\n<p>wir fordern deswegen wiederholt eine reihe von \u00f6ffentlichen veranstaltungen, podiumsdiskussionen, theaterprojekten etc., in denen die vorhandenen kommunikationsmauern mal gesprengt werden und wir uns endlich frei von \u00fcberheblichkeitsbarrieren und auf augenh\u00f6he miteinander auseinandersetzen.<\/p>\n<p>hier die links zu meinem blog, die dieses thema behandeln (bitte auch die kommentare lesen) :<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/triptown.de\/?p=566\">https:\/\/triptown.de\/?p=566<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/triptown.de\/?p=582\">https:\/\/triptown.de\/?p=582<\/a><\/p>\n<p>den worten m\u00fcssen nun taten folgen<\/p>\n<p>wir &#8211; eine gruppe von m\u00fcnchner k\u00fcnstlern, regisseuren, schauspielern, philosophen etc. &#8211; arbeiten gerade an einem stadtprojekt.<\/p>\n<p>mit dabei sind (nach dem aktuellen stand der dinge):<br \/>\nkarnik gregorian<br \/>\nb\u00fclent kullukcu<br \/>\nemre akal<br \/>\nberivan kaya<br \/>\ntunay \u00f6nder<br \/>\nsebahat \u00fcnal<br \/>\nkuros yalpani<br \/>\nsimone egger<br \/>\ntuncay acar<br \/>\nfederico sanchez<\/p>\n<p>wir wollen eine \u00f6ffentliche podiumsdiskussion zu der thematik, an der vertreter der grossen theaterh\u00e4user in m\u00fcnchen teilnehmen und wir unser projekt vorstellen k\u00f6nnen, f\u00fcr das wir noch eine f\u00f6rderung suchen.<\/p>\n<p>wir hoffen diese message erreicht diejenigen, die sie erreichen soll! deswegen: gerne weiterreichen!<\/p>\n<p>gruss<\/p>\n<p>triptonious<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>guten tag mein name ist triptonious coltrane meines zeichens musiker, k\u00fcnstler, kulturschaffender in m\u00fcnchen. ich habe gerade diesen wirklich spannenden artikel gelesen: http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/intendant-kusej-fuer-mehr-migranten-im-theater-leiden-und-lernen-1.1315414 dieser ber\u00fchrt ein thema, dass mir schon seit langem auf der seele brennt (vor allem als m\u00fcnchner), &hellip; 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