{"id":1875,"date":"2019-12-13T14:57:21","date_gmt":"2019-12-13T14:57:21","guid":{"rendered":"https:\/\/triptown.de\/?p=1875"},"modified":"2019-12-26T06:14:21","modified_gmt":"2019-12-26T06:14:21","slug":"die-drogenvergangenheit-der-briten-in-a-nutshell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/triptown.de\/?p=1875","title":{"rendered":"Die Drogenvergangenheit der Briten in a Nutshell"},"content":{"rendered":"<p>Ist das nicht erstaunlich? Seit Jahren gilt die Globalisierung als das Modell der Zukunft und was kommt nun zum Vorschein? Nationalistischer Protektionismus und Populismus. Zumindest in der wei\u00dfen Hemisph\u00e4re der Menschenwelt.<\/p>\n<p>Sogar die Briten, die \u00fcber Jahrhunderte einen gro\u00dfen Teil der Welt beherrschten, ziehen sich zur\u00fcck in ihre Nu\u00dfschale. Sie suchen Schutz im Engen, Vertrauten, Gewohnten.<\/p>\n<p>Dabei m\u00fc\u00dften sie am besten wissen, dass das nichts hilft. Den Chinesen hat es damals im 19. Jhd. auch nicht geholfen, sich in ihre Wirtschaftsblase zur\u00fcck zu ziehen. Damals kontrollierten sie ihren eigenen Handel und waren seit je her wirtschaftlich autochton. Ihr Untergang begann mit Tee, denn der war und ist in England schon immer sehr beliebt gewesen. Und da die Chinesen den Teemarkt kontrollierten, mu\u00dften die Briten diesen von ihnen kaufen, und zwar in rauen Mengen. Das ging richtig ins Geld.<\/p>\n<p>Vor allem mi\u00dffiel es den Engl\u00e4ndern, sich permanent mit der K\u00e4uferrolle begn\u00fcgen zu m\u00fcssen. Wenn Handel, dann mu\u00dfte das schon in beide Richtungen gehen. Aber die Chinesen hatten kein Interesse an den Produkten der degenerierten Wei\u00dfen.<\/p>\n<p>Also bedr\u00e4ngten diese die chinesischen Kaiser lange Zeit mit der Forderung nach bilateralen Handelsbeziehungen. Diese lehnten aber konsequent ab. Eigentlich mit Recht. Warum sollten sie ihre M\u00e4rkte dem Ausland \u00f6ffnen, wenn sie doch ganz gut klar kamen mit dem eigenen Binnenangebot in ihrem riesigen Reich?<\/p>\n<p>Diese introvertierte Sturheit trieb vor allem das britsche Gro\u00dfkapital schier in den Wahnsinn. Es flo\u00dfen n\u00e4mlich Unsummen des britischen Goldes nach China, aber es gab keinen Gegenflu\u00df. So konnte es auf Dauer nicht lange weitergehen. Es mu\u00dfte etwas geschehen! Sie mu\u00dften irgendeinen Weg finden, den Chinesen ihr kolonialistisches Handelsportfolio unterzujubeln.<\/p>\n<p>Irgendwann Anfang des 19. Jhds war endlich die L\u00f6sung gefunden: auch Chinesen konnte man in Abh\u00e4ngigkeit bringen. Sie standen n\u00e4mlich unwahrscheinlich auf Opium und darauf hatten die Briten fast unbegrenzt Zugriff durch ihre imperial-kolonialen Positionen, vor allem in Indien.<\/p>\n<p>Also ging es los mit dem illegalen Opiumschmuggel nach China, in gro\u00dfem Format organisiert durch Drogenbarone, die mit der britischen Handelsflotte kooperierten und gesichert durch britisches Milit\u00e4r. Hauptst\u00fctzpunkt war der Schmugglerhafen Hongkong.<\/p>\n<p>So sehr sich die chinesischen Kaiser und die kaiserliche Administration durch Sanktionen, Verbote und schwere Strafen dagegen zu wehren versuchten, es half alles nichts: ihre Untertanen wollten den Stoff und die Engl\u00e4nder \u00fcberschwemmten den Markt.<\/p>\n<p>So kam, was kommen mu\u00dfte: die Chinesen griffen im Sp\u00e4tsommer 1839 britische Handelsschiffe an, konfiszierten das Opium und zerst\u00f6rten es. Drakonische Strafen bis hin zur Todesstrafe trafen Konsumenten, kleine und gro\u00dfe H\u00e4ndler, auch Europ\u00e4er waren darunter. Daraufhin lief es damals fast genau so, wie es heute auch noch \u00fcblich ist: ausgerechnet die miesesten Ganoven spielten sich als die Verfechter des freien Handels auf und riefen ihr britisches K\u00f6nigreich um Hilfe an, welches Ihnen diese nar\u00fcrlich willf\u00e4hrig gew\u00e4hrte: Der daraufhin entbrannte sogenannte 1. Opiumkrieg ging bis zum 29. August 1842 und endete in der Okupation der wichtigsten Handelsniederlassungen an der chinesischen K\u00fcste, der Aufl\u00f6sung der chinesischen Au\u00dfenhandelsmonopols und der \u00d6ffnung des chinesischen Marktes f\u00fcr die G\u00fcter der Briten und anderer europ\u00e4ischer Staaten. Noch dazu mussten die Chinesen den englischen Drogendealern das gesamte zerst\u00f6rte Opiumgut ersetzen.<\/p>\n<p>Der Konflikt g\u00e4rte noch etwas nach und es kam zum 2. Opiumkrieg von 1856 bis 1860, im Zuge dessen die verb\u00fcndeten Truppen der Franzosen und Engl\u00e4nder &#8211; durch Beihilfe von gef\u00f6rderten Rebellentruppen &#8211; die chinesische Souver\u00e4nit\u00e4t v\u00f6llig untergruben und auch in Peking einzogen.<\/p>\n<p>Als Nebeneffekt wurde die Wirtschaftsmetropole Hongkong geboren. Dort etablierte das britische Gro\u00dfkapital eine der dreckigsten Bankunternehmen der Welt, um ihre Drogengewinne abzusichern: n\u00e4mlich die HSBC (Hongkong &amp; Shanghai Banking Corporation), die seit dem bis in die Moderne als &#8222;die&#8220; Schwarzgeldwaschanlage f\u00fcr Drogenkartelle aus der ganzen Welt fungierte.<\/p>\n<p>1911 brach dann das chinesische Kaiserreich zusammen und die imperialistischen Gauner tobten sich aus bis dann der gro\u00dfe Mao Tse Tung anr\u00fcckte. Der Rest ist bekannt.<\/p>\n<p>Dies ist eine sehr interessante Episode der britischen Imperialgeschichte, finde ich. Angesichts dieser gewinnt der feige R\u00fcckzug aus der EU und die gro\u00dfe Unterst\u00fctzung, die diese Politik durch das Wahlergebnis vom 12.12.2019 durch die britische Bev\u00f6lkerung erfahren hat, noch mehr an Gewicht.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche diesen Schweinepriestern die chinesischen Heuschrecken an den Hals, auf das sich die Geschichte r\u00e4chen m\u00f6ge! Und dann bin ich auch noch so frech und wage ein dystopisches Science Fiction Szenario: die chinesischen neoliberalen Kommunisten werden dann von europ\u00e4ischen postkapitalistischen Rebellen in die Flucht geschlagen. Die Tories gehen in der Revolution unter. Das britische Gro\u00dfkapital fl\u00fcchtet nach Russland, das ihnen eine steuerbeg\u00fcnstigte Freihandelszone am Don bietet.<\/p>\n<p>Material zum anlesen und \u00dcberblick verschaffen:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article172647940\/Erster-Opiumkrieg-Als-England-weltgroesster-Drogendealer-wurde.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article172647940\/Erster-Opiumkrieg-Als-England-weltgroesster-Drogendealer-wurde.html<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/geschichte\/geschichte-opium-fuers-volk\/4171512.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/geschichte\/geschichte-opium-fuers-volk\/4171512.html<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erster_Opiumkrieg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erster_Opiumkrieg<\/a><br \/>\nAusf\u00fchrliche Dokumentationen zu HSBC:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=a-uHKWu2nDw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=a-uHKWu2nDw<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sTVPicgC5yU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sTVPicgC5yU<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist das nicht erstaunlich? 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