{"id":1441,"date":"2017-03-31T08:28:05","date_gmt":"2017-03-31T08:28:05","guid":{"rendered":"https:\/\/triptown.de\/?p=1441"},"modified":"2017-03-31T09:07:30","modified_gmt":"2017-03-31T09:07:30","slug":"kulturstrand-muenchen-die-suche-nach-dem-verlorenen-kuvert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/triptown.de\/?p=1441","title":{"rendered":"Kulturstrand M\u00fcnchen: &#8222;Die Suche nach dem verlorenen Kuvert&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Es passieren wieder komische Dinge im Zuge der Kulturstrand-Ausschreibung!<\/p>\n<p>Ein Schelm, der B\u00f6ses vermutet:<\/p>\n<div id=\"attachment_1445\" style=\"width: 798px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/triptown.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Real_Muenchen_eV_Team_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1445\" class=\"wp-image-1445 size-full\" src=\"https:\/\/triptown.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Real_Muenchen_eV_Team_2.jpg\" alt=\"Real_Muenchen_eV_Team_2\" width=\"788\" height=\"605\" srcset=\"https:\/\/triptown.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Real_Muenchen_eV_Team_2.jpg 788w, https:\/\/triptown.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Real_Muenchen_eV_Team_2-300x230.jpg 300w, https:\/\/triptown.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Real_Muenchen_eV_Team_2-768x590.jpg 768w, https:\/\/triptown.de\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Real_Muenchen_eV_Team_2-391x300.jpg 391w\" sizes=\"auto, (max-width: 788px) 100vw, 788px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1445\" class=\"wp-caption-text\">Von l. nach r.: Mehmet Birinci, Luisa Berauer, Janine Bogosyan, Tuncay Acar<\/p><\/div>\n<p>Man stelle\u00a0sich vor, man sitzt im\u00a0Vorstand eines frisch gegr\u00fcndeten Vereins, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, einen Beitrag f\u00fcr den <b>Ausbau der kulturellen Vielfalt in M\u00fcnchen <\/b>zu leisten. Hochmotivierte Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergr\u00fcnde, alles <b>erfahrene Akteure der M\u00fcnchner Kulturszene<\/b>, kommen zusammen, um sich ehrenamtlich w\u00f6chentlich zu treffen, um einer gemeinsamen <b>Vision zu folgen: Konzerte, Ausstellungen, Performances, Kunst- und Kulturprojekte mit einem reichen, bunten Angebot f\u00fcr M\u00fcnchen auszuarbeiten, zu organisieren und anzubieten <\/b>(s. Selbstdarstellung im Anhang).<b>\u00a0Dann beschlie\u00dft man, als Verein\u00a0<\/b>an der <b>Ausschreibung \u00fcber die\u00a0Vergabe des Kulturstrandes am Vater-Rhein-Brunnen<\/b> teilzunehmen! Warum auch nicht? Das w\u00e4re doch die geeignete \u00a0B\u00fchne f\u00fcr unser Vorhaben?<\/p>\n<p>Nun: Unser Verein hei\u00dft <b>\u201eReal M\u00fcnchen e.V.\u201c<\/b> und die Bewerbung gibt es tats\u00e4chlich. Ein Gastropartner (Florian Sch\u00f6nhofer vom Caf\u00e9 Kosmos) wurde gefunden, in wochenlanger Arbeit ein Programm zusammengestellt und ein Antrag formuliert. Am letzten Tag der Frist wurde hochmotiviert stundenlang der letzte Schliff angelegt, der Antrag ausgedruckt und von unseren Vorstandsmitgliedern Luisa Berauer und Tuncay Acar mit dem Taxi zur Pforte des Rathauses gebracht. Die Abgabefrist endete am 31.01.2017 um 23:59 Uhr. Punkt 23.30 Uhr \u2013 also noch eine halbe Stunde vor Ablauf der Frist &#8211; kamen sie dort ersch\u00f6pft aber letztlich erleichtert an.<\/p>\n<p>Der freundliche Pf\u00f6rtner, machte noch einen charmanten Witz, nahm das Kuvert entgegen, stempelte es mit dem aktuellen Tagesstempel \u201ceingegangen am 31.01.2017\u201d ab, zeigte ihn den beiden mit einem breiten Grinsen im Gesicht, w\u00fcnschte viel Erfolg und teilte ihnen mit, dass somit alles vorschriftsgem\u00e4\u00df abgegeben wurde. Kurz vor knapp &#8211; aber geklappt! Juche, was kann da noch schiefgehen? Die beiden Real M\u00fcnchner gingen daraufhin nach einem bis zur letzten Minute aufregenden Bewerbungs-Marathon ersch\u00f6pft nach Hause und schliefen den Schlaf der Gerechten.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten Tagen beantworteten wir Anfragen der Presse, so wie es sich f\u00fcr einen engagierten Verein mit einer guten Pressearbeit geh\u00f6rt. Die Journalisten waren \u00fcber die Ausschreibungs-Anw\u00e4rter schon fr\u00fch aufmerksam geworden, es wurden Artikel in SZ, TZ, Focus, Mucbook, usw. lanciert. Der Real M\u00fcnchen e.V. wurde in einem Artikel der SZ auch als einer der \u201eakzeptierten\u201c Bewerber bezeichnet. Soweit eine erfreuliche Angelegenheit und auch eine klare Tatsachenlage, so schien es. Aber die Bewerberinnen und Bewerber vom Real M\u00fcnchen e.V. sollten in den folgenden Tagen noch mit den Mysterien Stadtverwaltung konfrontiert werden.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich flatterte Mitte Februar ein Bescheid des Kreisverwaltungsreferates vom 09.02.17 beim Vorsitzenden Tuncay Acar ein, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass der Antrag leider nach Ablauf der Frist, n\u00e4mlich am 01.02.17 in der Poststelle des KVR eingegangen sei und demnach nicht mehr zum Auswahlverfahren angenommen wurde. Angef\u00fcgt war der nackte Antrag (ohne das urspr\u00fcngliche Kuvert) mit einem Eingangsstempel der KVR-Poststelle auf der ersten Seite: 01.02.2017!<\/p>\n<p>Aber man lie\u00df sich nicht ins Bockshorn jagen. Schlie\u00dflich war die Sachlage ja glasklar! Erstens waren sie bei der Abgabe zu zweit gewesen und zweitens gab es ja noch den Pf\u00f6rtner, der den Eingang sicher auch bezeugen k\u00f6nnte! Au\u00dferdem sind M\u00fcnchens Verwaltungszentren video\u00fcberwacht. Das wird sich schon aufkl\u00e4ren, dachte man sich! Formgerecht wurde ein Einspruch verfasst, ans KVR geschickt und mit den Verantwortlichen des KVR telefoniert. Diese beriefen sich auf die Tatsache, dass der Antrag zumindest beim KVR ohne Kuvert eingegangen sei, und meinten, dass sie sich jedoch um eine \u00dcberpr\u00fcfung des Falles bem\u00fchen werden. Man solle doch Geduld haben. Es w\u00e4re auch in ihrem Sinne, die Sache sobald wie m\u00f6glich zu kl\u00e4ren, um eine Verz\u00f6gerung des Gesamtprozesses zu vermeiden.<\/p>\n<p>Es entsprach nicht der optimistischen Grundphilosophie des Vereins, den Ausschluss aus dem Ausschreibungsverfahren an die \u00d6ffentlichkeit zu kommunizieren und da man schlie\u00dflich sicher war, dass man im Zusammenschlu\u00df mit den st\u00e4dtischen Gremien dieses unerfreuliche Missgeschick sicherlich kl\u00e4ren w\u00fcrde, hat man eben so weitergemacht, wie gehabt, bis am 12.03.17 schlie\u00dflich das lang erwartete Resultat der \u00dcberpr\u00fcfung ankam (s. Anhang). Darin wurde der Ausschluss aus dem Bewerbungsverfahren endg\u00fcltig best\u00e4tigt und folgenderma\u00dfen begr\u00fcndet:<\/p>\n<p>\u201e<i>Wie bereits im Bescheid vom 09. Februar 2017 ausgef\u00fchrt, haben wir Ihre Bewerbungsunterlagen ohne Kuvert<\/i> <i>und mit Eingangsstempel vom 01. Februar 2017, also nach Ablauf der P\u00e4klusionsfrist, erhalten.<\/i><\/p>\n<p><i>Es wurde uns seitens der zust\u00e4ndigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus versichert, dass Postsendungen, die samt einem Kuvert im Rathaus abgegeben werden, stets auf dem Kuvert gestempelt und vollst\u00e4ndig \u2013 also mit Kuvert \u2013 an die zust\u00e4ndigen Dienststellen zugeleitet werden.<\/i><\/p>\n<p><i>Anhaltspunkte f\u00fcr eine fehlerhafte interne Zuleitung resp. Stempelung liegen nicht vor.<\/i><\/p>\n<p><i>Insofern ist hier leider festzustellen, dass Sie Ihren Sachvortrag nicht hinreichend glaubhaft machen konnten. Letztendlich ist f\u00fcr uns die formelle Beweiskraft des Eingangsstempels entscheidend.<\/i><\/p>\n<p><i>Wir bedauern, Ihnen keine anderslautende Mitteilung geben zu k\u00f6nnen. Bitte haben Sie Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass ein solches Vorgehen aus Gr\u00fcnden der Gleichbehandlung aller Bewerber und Bewerberinnen im Rahmen der Strandveranstaltung erforderlich ist.\u201c<\/i><br \/>\nPotzblitz! Das ist mal eine Ansage! Und die Zeit spielt nun auch noch gegen uns. Wir m\u00fcssen den Gegenbeweis bringen f\u00fcr deren Schlamperei?! Na gut, wir legten los:<\/p>\n<p>Es folgten einige Telefonate mit den Zust\u00e4ndigen im Kreisverwaltungsreferat, die sich dieses Malheur auch nicht erkl\u00e4ren, aber im Endeffekt auch nichts bewirken k\u00f6nnen (oder wollen). Man zeigte sich bedauernd, aber auch sehr uneinsichtig. Schlie\u00dflich l\u00e4uft es darauf hinaus, dass die Pflicht der Aufkl\u00e4rung im Grunde dem Antragsteller \u00fcberlassen wird.<\/p>\n<p>Der einzige Weg: Wir m\u00fcssen mit dem Pf\u00f6rtner reden &#8211; der sei nur leider mittlerweile bis Anfang April krankgeschrieben und nicht befragbar, hie\u00df es aus dem Rathaus. \u00dcberwachungskamera? &#8211; Da kommen wir leider nicht ran. Anwalt und einklagen? Nicht unser Stil. Zu viel Aufwand, \u00c4rger, Zeit und Geld. Au\u00dferdem haben wir uns f\u00fcr diese Ausschreibung nicht beteiligt, um dann ewigen Justizstress durchstehen zu m\u00fcssen. Wir brauchen unsere Energie f\u00fcr unsere Kulturarbeit und die ist eh schon fordernd genug!<\/p>\n<p>Auf die Frage, wie man sich denn das vorstelle, man ja die Sache nicht einfach so im Stadtgefl\u00fcster verhallen lassen k\u00f6nne, antwortete der Sachbearbeiter im KVR unserem Vorstandsvorsitzenden: \u201cHerr Acar, am besten sollte es nicht einmal ein Gefl\u00fcster geben. Ich empfehle Ihnen, so wenig wie m\u00f6glich an die Presse weiterzugeben\u201d.<\/p>\n<p><b>Dazu das Statement unseres Vereinsvorstandes:<\/b><br \/>\n<i>\u201cEin Gefl\u00fcster l\u00e4sst sich in diesem Falle leider nicht mehr verhindern. Das wird es hoffentlich schon geben. Denn uns ist hiermit ein Unrecht widerfahren, dass wir jetzt eigentlich mit Anwalt und dem ganzen juristischen Hick Hack verfolgen m\u00fcssten. Wir haben aber keine Lust darauf! Dazu sind wir nicht angetreten, um uns auf juristischer Ebene mit der Stadt zu raufen. Wir werden weitersuchen, nach der geeigneten Plattform f\u00fcr unser Anliegen und unsere Energie nicht mit einem Rechtsstreit verschwenden.<br \/>\nAlso liebe M\u00fcnchner, wir h\u00e4tten uns gerne in diesen Prozess eingebracht, aber unter diesen Umst\u00e4nden wird das wohl nicht m\u00f6glich sein.\u201d<\/i><\/p>\n<p><b>Und wir m\u00f6chten betonen:<br \/>\n<\/b><i><b>\u201c<\/b><\/i><i>Wir halten uns heraus aus allen m\u00f6glichen Spekulationen, um eine vors\u00e4tzliche Manipulation des Bewerbungsprozesses. Es kann auch sein, dass die Poststelle des Rathauses einfach das Kuvert verschlampt hat und sich nun weder Rathaus noch KVR der Verantwortung stellen wollen. Das ist aber nicht unser Problem! In unseren Augen wirkt das ganze unseri\u00f6s und auch zuweilen etwas dubios. Au\u00dferdem denken wir, dass es nicht unsere Aufgabe ist, zu kl\u00e4ren, wo der Fehler im Prozess liegt. Vorliegen tut er auf jeden Fall! Wir fanden nur, das muss an die \u00d6ffentlichkeit.\u201d<\/i><b><br \/>\n<\/b><br \/>\n<b>Aber unsere Vision funktioniert auch ohne Kulturstrand. Nun suchen wir Hilfe f\u00fcr unser Projekt \u201cReal M\u00fcnchen\u201d: einen neuen Ort, Unterst\u00fctzer, F\u00f6rderer, Stiftungen, Aufmerksamkeit. Das Konzept ist auch in einem anderen Rahmen nutzbar und liegt fertig &#8211; ohne Kuvert &#8211; auf unserem Schreibtisch!<\/b><br \/>\nPressekontakt:<\/p>\n<p>Janine Bogosyan<br \/>\n0176-24892724<br \/>\njaninebogosyan@gmail.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es passieren wieder komische Dinge im Zuge der Kulturstrand-Ausschreibung! 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